Die Welt, in der wir stehen

Der Baum unserer heutigen Zivilisation

So wie der einzelne Mensch
eine innere Ordnung hat,
hat auch die Welt, in der er lebt,
eine geschichtliche Gestalt.

Unsere heutige westlich geprägte Zivilisation
ist nicht plötzlich entstanden.
Sie hat eine Wurzel,
einen Stamm
und eine spätere Ausfaltung.

Die Wurzel

Die Wurzeln dieser Zivilisation
liegen in den frühen Hochkulturen
Mesopotamiens
und des alten Ägypten.

Dort entstanden erste große Formen
von Schrift, Ordnung, Religion, Recht
und kulturellem Gedächtnis.

Hier beginnt nicht alles Menschliche.
Aber hier beginnt vieles von dem,
was unsere spätere Welt vorbereitet hat.

Der Stamm

Aus dieser frühen Wurzel
wuchs in langen Jahrhunderten
der Stamm unserer Zivilisation.

Geprägt wurde er vor allem
durch die abrahamitischen Traditionen.

Sie gaben dem Menschen
eine neue Stellung in der Welt:

als Wesen mit Geschichte,
mit Gewissen,
mit Verantwortung
und mit einer Ordnung des Sinns.

Die drei großen Blätter

In der Neuzeit
hat sich dieser Stamm weiter entfaltet.

Drei große Bewegungen
haben die heutige Welt besonders geprägt:

Naturwissenschaft

Sie hat den Blick auf die Wirklichkeit verändert
und die Kräfte der Natur
in neuer Weise lesbar gemacht.

Humanismus

Er hat die Würde des Menschen,
seine Bildung,
seine Selbstachtung
und seine Verantwortung gestärkt.

Freiheitsidee

Sie hat den Gedanken vertieft,
dass der Mensch nicht nur eingebunden,
sondern auch frei sein soll:

im Denken,
im Glauben,
im Wort
und im politischen Leben.

Warum das wichtig ist

Kein Mensch lebt nur aus sich selbst.

Jeder lebt auch
in einer geschichtlichen Welt,
die ihn trägt, prägt
und begrenzt.

Wer den Menschen verstehen will,
muss darum nicht nur
seine Biologie und seine Biografie sehen,
sondern auch die Zivilisation,
in der er steht.

So wird sichtbar:

Der einzelne Mensch
und die Geschichte seiner Welt
gehören zusammen.

Dr Pete – Schule des Lebens

Wo Verstehen Leben wird